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Trendreport: Bereiche der Hospitality Branche

Vom Produkt zur Erlebniswelt – Wie Bäckereien und Hotels neu begeistern

04. März 2026 · Pierre Nierhaus

CitizenM, New York © Pierre Nierhaus
© Pierre Nierhaus

Bäckereien transformieren sich zu urbanen Lieblingsorten. Weniger Sortiment, mehr Statement. Brot wird Erlebnis – sichtbar, riechbar, emotional. Aber auch Hotels werden zu Lebenswelten – und F&B zum stärksten Differenzierungsfaktor im Wettbewerb um Aufmerksamkeit.

Der Ofen als Bühne: Bäckerei-Gastronomie

Bäckereien transformieren sich vom Versorger zum Erlebnisort. Brot wird wieder emotional – durch offene Backstuben, duftende Teige, sichtbare Handarbeit und signifikante Hero-Produkte. Das neue Genre verbindet Manufaktur, Café, Community-Hub und Designraum.

Kleinere Sortimente, mehr ikonische Produkte prägen die Wahrnehmung. Qualität, Herkunft und handwerkliche Integrität werden zum narrativen Kern. Die Bäckerei wird zum Third Place, der urbane Routinen prägt und Alltagsmomente aufwertet. Sie ist nicht mehr Übergangsort, sondern Destination – ein Zeichen für die Rückkehr des Authentischen in einer digitalisierten Welt.

Erfolgsfaktor ist die sichtbare Bühne des Backens – offen, multisensorisch, nahbar. Frühstück und Brunch werden zu sozialen Ereignissen. Sortimentspolitik folgt einer klaren Dramaturgie: weniger Vielfalt, mehr Strahlkraft. Qualität ersetzt Kompromisse, Inszenierung ersetzt Austauschbarkeit.

BEST PRACTICES

  • Steinleitner – Purismus und radikale Besinnung auf Tradition und eigene Sauerteige.
  • Zeit für Brot – Offene Backstube + kultige Hero-Produkte.
  • Bread & Roses, München – Französischer Flair + Brunchkultur.
  • E5 Bakehouse, London – Slow-Fermentation + Community-Building.
  • Sain, Paris – Hip, puristisch, handwerklich stilprägend.

 

Das Zimmer ist nebensächlich. Die Gastronomie entscheidet: Hotellerie & Tourismus

Das Reisen verändert sich radikal, wird spontaner, digitaler und erlebniszentriert. Gäste suchen keine Schlafstätten, sondern Atmosphären. Hotels werden zur emotionalen Destination, in der die Gastronomie den Unterschied macht. Lobby, Bar, Rooftop und Restaurant werden zu sozialen Bühnen – für Locals wie Reisende. Zimmer werden kompakter, Aufenthaltsflächen größer. Hotels, die F&B als Kern identitätsstiftender Erlebnisse begreifen, setzen Standards – alle anderen verlieren den Anschluss.

Gleichzeitig entstehen neue Wettbewerbsdynamiken: Google, KI und OTA-Plattformen verändern das Buchungsverhalten. Es wird digitaler und emotionaler, Sichtbarkeit entsteht durch Content, nicht durch Klassifizierung.

Erfolgreich ist, wer eigenständige Konzepte entwickelt, lokale Communities integriert und digitale Tools für Buchung und Distribution nutzt. Räume müssen strahlen, nicht nur funktionieren.

 

Best Practices

  • 25hours Hotels – Gastronomie als Identität, nicht als Anhängsel.
  • Beyond by Geisel – Wohnzimmer statt Lobby – Essen als Begegnung.
  • citizenM – 12qm, immer schon digtal – mit riesigen Communityflächen.
  • Mama Shelter – Urban, laut, bunt – Community first.
  • The Hoxton – Public Spaces als Herzstück der Marke.

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