
Wenn kulinarische Exzellenz zum ökologischen Statement wird – und Spitzenköche Verantwortung übernehmen: Nachhaltigkeit endet nicht bei der Verpackung – sie beginnt bei der Produktwahl. Das zeigt eindrucksvoll die Vereinigung Relais & Châteaux, die mit über 580 Mitgliedshäusern als weltweit größte Gourmetgemeinschaft gilt. Gemeinsam mit der NGO Ethic Ocean hat sie eine Initiative gestartet, die konsequenter nicht sein könnte: Ihre Küchenchefs verpflichten sich, bedrohte Fisch- und Meeresfrüchtearten von ihren Speisekarten zu streichen – solange, bis sich die Bestände wieder erholt haben.
„Hören wir gemeinsam auf den Ozean, bevor er verstummt.“
Mauro Colagreco, Vizepräsident der Küchenchefs, Relais & Châteaux
Initiative zeigt Wirkung
Mit diesen Worten ruft Mauro Colagreco, Drei-Sterne-Koch und Vordenker einer ethischen Kulinarik, seine Kolleg:innen weltweit zum Handeln auf. Denn was auf den Tellern landet, beeinflusst nicht nur Genuss – sondern ganze Ökosysteme. Ob Atlantischer Wildlachs, Europäischer Aal oder Taschenkrebs: Viele beliebte Arten stehen auf der Roten Liste. Und genau hier setzt die Aktion an.
Die Initiative zeigt Wirkung: Bereits 84 % der Mitglieder verzichten auf Aal – viele dauerhaft. Weitere Arten wie der Rote Thun wurden schon 2009 verbannt, mit messbarem Erfolg: Dank solcher Maßnahmen gelten die Bestände im Nordostatlantik heute nicht mehr als überfischt (ICCAT 2022).
Mit dieser Haltung positioniert sich Relais & Châteaux nicht nur als Netzwerk für erstklassige Hotellerie und Kulinarik, sondern als Stimme für den Wandel in der Gastronomie. Eine Stimme, die gehört werden sollte – bevor der Ozean verstummt.



Relais & Châteaux & marine Biodiversität
- Aktiv in über 60 Ländern auf 6 Kontinenten
- Verzicht auf 18 bedrohte Fischarten, darunter Aal, Wildlachs und Makrele
- 84 % der Mitglieder servieren keinen Aal mehr
- Positiver Einfluss auf Bestände durch Nachfrageverschiebung
- Zusammenarbeit mit Ethic Ocean seit 2009
Impulse für die Branche:
- Menügestaltung ist Macht – wer verzichtet, verändert die Lieferkette
- Gäste sensibilisieren, ohne zu belehren: durch Haltung statt Moral
- Kooperationen mit NGOs schaffen Glaubwürdigkeit und Wirkung





